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Donnerstag, April 19, 2018

Philippinen: Ausländer werden ausgewiesen, wenn...

... sie die Regierung oder den Umstand, dass das Land vom Präsidenten ausdrücklich erwünschte Todesschwandronen hat, kritisieren.

Die familiär bedingten geschäftlichen Aktivitäten meiner (taiwanischen) Frau auf den Philippinen gehören sicher nicht zu meinen Lieblingsdingen, soviel war im Blog öfter zu lesen und waren ja ein Grund für eine Beinahetrennung, die wir neulich hatten, mit mir in Deutschland und meiner Frau eben auf den Philippinen. Doch jetzt versuchen wir Sinn in die ganze Affaire zu bringen, auch wenn ich nicht so sehr optimistisch bin, was eventuelle Rückflüsse angeht. "It's easy to make a small fortune in the Philippines. If you start with a big one." Zu Deutsch: Es ist leicht ein kleines Vermögen auf den Philippinen zu machen. Wenn man mit einem großen anfängt.

Keine Begünstigte (Opfer darf man nicht sagen denke ich) der Todesschwadron, sondern saublöde Szene aus dem Fantasy-Computerspiel "Skyrim". Ich gebe zu ich habe die Leiche etwas verschoben, um das saublöde Bild zu erhalten.


Auch die Pläne meiner Frau, dass wir die philippinische Hauptstadt Manila zu unserer neuen Heimat machten, stießen bei mir auf Ablehnung, das gebe ich gerne zu. Todesschwadronen und exorbitante Gewalt spielten da eine Rolle.

Sollten wir da irgendwann mal hinziehen oder jedenfalls eine Fraktion unserer Familie, dann wäre die Devise "Maul halten", denn Kritik durch Ausländer an der Regierung oder am Umstand, dass Todesschwadronen im Land umher gehen wird seit einiger Zeit mit Ausweisung geahndet, u.a. mit Inhaftierung in den sicher luxuriösen Gefängnissen des Landes:
https://www.theguardian.com/world/2018/apr/19/rodrigo-duterte-says-he-personally-ordered-arrest-of-australian-nun

Mit unserem laufendem Manila-Engagement vor sich hin tuckernd will ich also auch nichts negatives zum Thema sagen. Todesschwadronen. Eigentlich muss man da keine weiteren Worte verlieren. Fragt der Nachbar: "Was machen Sie beruflich". Sagt Pedro: "Bin bei der Todesschwadron." Daruf der Nachbar: "...."

Was könnte der Nachbar antworten um diesen Witz zu vervollständigen? Lassen Sie Ihre Ideen in den Kommentaren sprühen.


Mittwoch, April 18, 2018

Asian Paradiso

Hat sogar einen Swimmingpool und viele leerstehende Geschäfte.


Dienstag, April 17, 2018

Vrooom vroooom


Fast scheint es so, als würde unser kleiner roter Nissan Micra (hier March genannt) in einer Reihe mit einem ebenfalls roten Tesla SUV (mit dem Stromverbrauch von 6 Dörfern in den Karparten) und einem coolen blauen Ford Mustang an der Ampel stehen, um bei Grün auszutesten, wer die meisten PS unter der Haube hat. Na, der Nissan mit seinen 99 PS wird es nicht sein.
Tatsächlich steht der Nissan aber nur brav auf einem Bezahlparkplatz geparkt, während Oberklasseautos wie der Mustang fast immer frech an den roten Linien im absoluten Halteverbot geparkt sind. Gerade in so Nobelvierteln wie hier eben. Nobelviertel sind alle die, wo keine vergammelten Plattenbauten sind. Offenbar sind Taiwan-Cops wesentlich vorsichtiger ein teures Auto abschleppen zu lassen als ein billiges. Könnte ja  sein dass der Besitzer Verbindungen hat, etwa in die Politik, von anderen Dingen ganz zu schweigen. Habe hier schon zweimal davon gelesen, dass Polizisten Probleme gekriegt haben, weil sie Politiker wegen Trunkenheit am Steuer bzw. Geschwindigkeitsübertretung belangt haben. Die Meldungen sind aber schon lange her. Sicher ist das nicht mehr so und Leute mit teuren Autos sind einfach nur mutiger, trotz der ständig umher fahrenden roten Abschleppwagen, die mit Polizisten auf dem Beifahrersitz an Nebenstraßen erster Ordnung wie hier und Hauptstraßen sofort zugreifen und abschleppen. Bei einem falsch geparkten Nissan March etwa...

Freitag, April 13, 2018

Nachtalarm

Man liegt im Bett und schläft. Dann wecken einen diese Kratzgeräusche am Fenstergitter...

Taiwanische Wohnungen haben ja immer diese vergitterten Fenster, entweder ohne Schlüssel oder gleich ohne Schlüsselloch. Sonst sind Brände einfach viel zu langweilig. Auch das Spielzimmer von Junior, in dem ich in unserer Miniwohnung immer schlafe, weil ich harten Boden unter dem Rücken brauche statt das Bett. Vor dem Zu Bett gehen hatte ich noch etwas am Rechner gedaddelt. Das Spiel Skyrim, wo einem bisweilen Mischwesen zwischen hässlicher Frau und noch hässlicherem Vogel mit spitzen Krallen und Feuerkugeln attackieren.

Liege also nun im Bette - na ja auf dem Boden jedenfalls, da schrecke ich aus dem Schlaf. Werde wach von Kratzgeräuschem am Fenstergitter. In der Realität, nicht im Spiel. Irgendwas tackert und krabbelt da und das Geräusch wird immer lauter. In dem kurzen Moment zwischen Traum und Wachsein überlagern sich Computerspielerinnerung und Wirklichkeit. Ich werde wach und denke noch: "Where the f*ck is my sword". Definitiv ein Vorteil von Fantasywelten, dass man da immer ein Langschwert als Argumentationshilfe zur Hand hat. Ich raffe mich auf, gehe im Dunkeln zum Fenster, mache mich bereit den Vorhang zur Seite zu ziehen. Es kratzt immer noch. Was immer da rein will, müsste langsam da sein im Stockdunkeln am Fenster.

 Taipei: Grund in virtuelle Umgebungen zu flüchten


Da bellt ein kleiner Hund mit seiner Fistelstimme in der Wohnung gegenüber. WAU WAU WAU WAU. Nur viermal. Die Kratz- und Trappelgeräusche (wohl auf dem Blechdach über dem Gitter und daher viel lauter als sie sein sollten) entfernen sich rasch. Hund bleibt ruhig. Wauwi und Ludigel schlafen wieder ein.

Mentale Notiz: Mit Straßenhund im Fantasyspiel anfreunden (mein Husky dort hat leider das letzte Dungeon nicht überlebt). Gibt es in Skyrim wie auch in Taipei.


Donnerstag, April 12, 2018

Now wait a minute...

Ein Parkplatz in Taipei...

Gut, hier ist eine alte Durchgangsstraße zum Parkplatz umgebaut worden und möglicherweise haben sich alte und neue Markierungen überlagert. Dass man das einfach so stehen lässt zeigt sicher die viel laxere und oft unüberlegte Art, wie hier Fahrspuren angelegt sind. Und Kreuzungen designt und Ampeln aufgestellt und und...

Mittwoch, April 11, 2018

Weisheit


Eigentlich ist es so einfach. Wählen Sie einfach eine Tür.


Links die runde Tür mit dem Halbmond des Islam. Ein Zeichen, das wohl ursprünglich von einem vor-islamischen Mondgott her datiert. Weil fast alle Türme zur Zeit Mohammeds mit eben diesem Halbmondsymbol versehen waren, darunter eben auch die Kabba, die ursprüngliche Moschee in Medina.
In der Mitte der eckige Dacheingang mit Anlehnung an das Dachdesign eines traditionell chinesischen Tempels. Dekoriert mit dem Hakenkreuz in der hier gebräuchlichen Form (invertiert im Vergleich zum Nazi-Kreuz). Wie alle Symbole dieser Art übrigens für die Bewegungen der Sonne über das Jahr am Himmelszelt stehend (oder ein Symbol direkt für die Sonne) und daher in vielen Kulturen zu finden. Gerne hier in Taiwan für den China-Buddhismus oder seine diversen Derivate (gemixt mit Konfuzianismus oder wie auch immer) verwendet.

Rechts dann das Kreuz. Ganz so als seien Menschen Bauklötze, die man nur richtig in die Türchen einsortieren muss. Nur wo ist mein Durchgang für die große Urmutter?


...

Ach da is' ja det gesuchte Türchen.

Dienstag, April 10, 2018

Würden Sie Ihre Kinder hier fallen lassen?

Ein EKZ mit vielen Kinder-Abenteuer-Anlagen in Taipei. Natürlich alles kostenpflichtig.

 Als ich die Kinder rechts im Klettergerüst rumklettern sah und mir vorstellte, dass eine ganze Schar davon plötzlich auf die anfangs senkrecht in die Tiefe gehende Rutsche drängt, da wurde mir schon mulmig. Junior wurde instruiert, sie einstweilen nicht zu benutzen.
Ich dachte: Bei uns in meiner niedersächsischen Kleinstadt wäre dass so ein Ding für Eltern, die unbedingt ein Zimmer für die Hannovermesse-Saison vermieten wollen, aber kein Zimmer frei haben. Wenn Sie verstehen was ich meine.

Später bekam Junior doch die Erlaubnis. Die Rutsche wurde von einem Mitarbeiter betrieben, der die Kinder in einen Sack steckte und sie mit bloßen Händen ein Stück weit herunter ließ, so dass sie mit den Füßen schon die senkrechte Phase der Rutsche überwunden hatten und dann gerade in die Schräge kamen. Meine Sorge war gewesen, dass die Kinder allein rutschend sonst schief fallen würden und am Ende mit dem Kopf gegen die Seitenwände kämen, was auch bei Polsterung ziemlich viel Kraft auf empfindliche Kinderhälse ausüben würde.

So ging es gut. Trotzdem ist es irgendwo so eine Sache die solange okay ist, wie dem Operateur nicht mal ein Kind entgleitet und es schräg heruntertrudelt und am Ende doch mit dem Kopf gegen die Seite schlägt. Immer trockene Hände wünscht man dem Operateur.

 Dann doch lieber mit der Enterprise (nicht Challenger) ins All in einem anderen EKZ.

Donnerstag, März 29, 2018

Rückwandern 2019? Wie kriminell sind "Flüchtlinge" nun wirklich

Fortsetzung der Diskussion mit mir selbst, ob wir 2019 wieder nach Deutschland einwandern. Erster Teil hier: https://osttellerrand.blogspot.tw/2018/03/deutschland-fur-junior-zu-gefahrlich.html

Wenn man über die gefühlte Sicherheitslage in Deutschland redet (ich lese ja auf Heimaturlaub täglich die Tageszeitung mit Berichten über gemesserte Mitbürger oder herausgerückte Handys und Brieftaschen), dann erntet man schnell einen Linkwust an Zahlenmaterial, der immer belegt, dass die "Rechten" das Problem sind und Deutsche viel krimineller. Das funktionierte so bis 2016, weil man da oft nur die Statistik von 2014 zur Verfügung hatte. Und die Flüchtlinge rollen ja erst seit Merkels Selfie 2015 ins Land. Natürlich sind die meisten dieser Neubürger gesetzestreu und freuen sich auf ein friedliches Leben. Aber was, wenn man mal den Zahlen 2018 auf den Zahn fühlt und alle verdächtig tendenziösen Quellen weglässt. Also weder pi-net noch "Preußische Allgemeine", aber auch nicht die Webseite der Roten Zora oder der Grünen. Auch nicht ablenken lassen von Beschwichtigungen und Selbstverständlichkeiten wie "die meisten Flüchtlinge sind gesetzestreu" und "Niedersachsen ist sicher" etc. Es ergibt sich folgendes:

Niedersachsen ("gut verallmeinbar, weil durchschnittlich" stand mal irgendwo in Sachen Kriminalstatistik):

https://www.mi.niedersachsen.de/aktuelles/presse_informationen/pistorius-niedersachsen-ist-und-bleibt-ein-sicheres-bundesland-151074.html

"Flüchtlinge":
2015: 13.084 Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße
2016: 18.655 Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße

Leider ist der Begriff "Flüchtlinge" nicht sehr sauber definiert.

Beim Thema Flüchtlingszuzug wird die Anzahl der Asylanträge genannt (https://www.fluechtlinge.niedersachsen.de/startseite/koodinierung_fluechtlingsversorgung/fluechtlinge_niedersachsen/grundsaetzliches/entwicklung-der-zugangszahlen-139059.html), was ja eigentlich ein anderes Paar Schuhe sein sollte, aber dank Merkels Nicht-Management der Flüchtlingskrise wohl das selbe ist.

Asylanträge incl. Folgeanträge:
2017: 21.586
2016: 85.582
2015: 37.975

Das sind dann also mehr Anträge als Menschen wegen Folgeanträgen, aber weil ich die Kriminalitätsrate der sog. Flüchtlinge berechnen will, dürfen es zu deren Gunsten ruhig ein paar mehr sein.

Das macht 145.143 Anträge. Ich gehe also im Folgenden von so vielen "Flüchtlingen" aus. In Anführungzeichen weil eben immer merkelartig wischi-waschi definiert.

Wenn ich da die obigen Straftaten gegenrechne, also davon ausgehe dass 145.143 Flüchtlinge die Grundmenge für die 18.655 Straftaten von Flüchtlingen 2016 sind, dann wäre das eine Kriminalitätsrate von geschlagenen 12,9%.

Zum Vergleich, die Rate von Deutschen beträgt angeblich 2%, allerdings finde ich zur Zeit den Link nicht wieder. Aus dem Volksmund hat man so 5% überliefert. Ich denke, mehr als 5% ist eine außerordentlich hohe Kriminalitätsrate.

Kann meine Rechnung von oben hinkommen?

https://www.welt.de/politik/deutschland/article172153774/Gewalt-durch-Zuwanderer-Polizeigewerkschaften-fordern-Konsequenzen.html

Laut WELT erhält man, wenn man in Nds nur die ZUNAHME der aufgeklärten Gewalttaten betrachtet, einen Anteil von 92.1% durch Flüchtlinge. Heißt also, das was wir neu dazu bekommen haben an geklärter Gewalttat geht fast ganz auf das Konto der "Flüchtlinge". In Niedersachsen sind laut der Polizeiquelle oben von 2015 auf 2016  4.798 Körperverletzungen hinzugekommen (insg. 52.018 Fälle).

Außerdem sind 13.3 % aller Gewalttaten in Nds durch eben diese Flüchtlinge begangen. Link wie oben.

Salopp formuliert könnte man also schreiben: "Sieht man nachts Flüchtlinge irgendwo herum stehen, könnte es statistisch geboten sein selbst zu flüchten." Dieser Satz stellt in Merkeldeutschland aber vermutlich bereits eine Straftat an sich da, so wie die Meinungsfreiheit beim Thema Flüchtlingspolitik bereits eingeschränkt worden ist.




Taiwans Ausländersuperstar Z.D.: ...... Ist er immer noch im Knast?

Das Verfahren um den britisch-pakistanischen mutmaßlichen Todesfahrer Z.D. hat im Prinzip das Verhältnis zwischen Ausländern und Taiwanern definiert - jedenfalls hier auf der Insel Formosa. Der Unfall war schon 2010. Was also wurde aus Z.D.?

Rückblende:

2010 betreibt Z.D. in Taipei eine kleine Computerfirma, die sich wie in Taiwan ziemlich üblich als taiwanische Zweigstelle eines US-Konzerns ausgibt. Jedenfalls landete Google immer nur bei der Taiwanfirma, nie in Übersee. Hier verwendete er wie jede andere kleine Computerbude in Taiwan auch offenbar falsche oder gar keine Microsoft-Lizenzen für die Computer. Aber darum geht es nur am Rande. Außerdem fuhr er mit einem damals schon alten Mercedes der E-Klasse zu einem Besäufnis in einer "Puff"-Karaoke-Bar, wo er sich komplett von seinen taiwanischen Trinkkumpanen abfüllen ließ, bis er nicht mehr laufen konnte. Offenbar hatte er auch schon ein PKW+Alkohol-Vorproblem gehabt. Wie dem auch sei, ein Abgestellter der Puffbar hat Z.D. dann zumindest in Richtung seines Zuhauses gefahren. Ein Foto einer Kreuzungskamera zeigt Z.D. auf dem Beifahrersitz und den Angestellten am Steuer.

Während der Fahrt kam es dann zur für einen Motorollerfahrer tödlichen Kollision mit dem zeitungsaustragenden Mann. Der Mercedes fuhr weiter und Z.D. gab zu ihn - angeblich ohne Wissen von dem Unfall nach Übernahme des Steuers volltrunken vor der Wohnung - im Parkdeck seines Wohnblocks geparkt zu haben.

Recht schnell fand ein pensionierter Polizist den bei einem Schrotthändler stehenden beschädigten Benz und in der Folge ging nun eine beispiellose taiwanische Massenhysterie los, wie ich sie so noch nie erlebt habe. Der Medienhype in Taiwan war ähnlich als man es bei der Landung von Aliens (in bunten leuchtenden Kostümen, mit drei Köpfen und sechs Geschlechtsteilen) erwarten könnte. Eine TV-Endlosschleife von immer dem selben Film im Fernsehen und eine beispiellose Vorverurteilung. Und das, obwohl er noch ziemlich unschuldig aussah anfangs.

Später sah es dann weniger gut aus für ihn, auch wenn die Verquickung von Mafia mit der Puffbar UND dem ermittelnden Polizeirevier (über Bestechungsgelder) und eben die Vorverurteilung einen fairen Prozess unmöglich machten meiner Ansicht nach.

Mein letzter Blogartikel dazu (den ich noch finden kann):
https://osttellerrand.blogspot.tw/2013/11/britischer-todesfahrer-in-schottland-in.html
Hier ist auch alles noch mal im Detail zu lesen.

Unfallfahrzeuge etc.: https://redbrickdaily.com/zain-dean-might-not-be-coming-back-to-face-the-music/

Ich merkte damals, dass die vorher uns "weiße" Ausländer an-hallo-enden Taiwaner ("where you from", "welcome to Taiwan", "can you teach my kids English") mir plötzlich öfter mal böse Blicke zuwarfen und mich im Vorbeigehen gar angrummelten. Später normalisierte sich das ganze zu eben normaler Nichtbeachtung, wie in anderen Ländern auch. Und wir bekamen Bio-Scanner an der Grenze, die nur für Ausländer sind. Weil Z.D. nämlich mit einem geliehenes Pass und weißer Schminke die Fliege gemacht hatte und über die Schweiz nach Schottland geflohen war zwischenzeitlich. In Taiwan hatte er erst 18 Monate Haft und dann in Berufung sogar 4 Jahre bekommen. Scheinbar hatte er keine Lust auf eine 4x4-Zelle mit 20 Leuten drin, wie sie in Taiwan üblich ist. Hier kann man eine Taiwanzelle sehen: https://osttellerrand.blogspot.tw/2010/09/deutsche-in-uberfullten-zellen-im.html

In der Endlosgeschichte stellte Taiwan nun einen Auslieferungsantrag an Großbritannien, wo dieser den schottischen High Court, das schottische Supreme Court und das Auslieferungsgericht in Edinburgh beschäftigt. Bis heute. Wie ist also der Stand?

Zum Schluss ging es nur noch darum, ob Z.D. eine menschenwürdige Unterbringung im Taiwan-Bau ermöglicht würde. Taiwan sicherte in der Folge ein Extrazimmer mit Dusche, Duschvorhang, frischen Handtüchern und eigenem Baseballplatz (aber ohne Baseball) zu. Außerdem sicherte man ausgesuchte Ausländer mit guten Manieren als Umgang zu, die ihn anständig behandeln würden.

Allerdings fand das Verfahren mit dem immer noch im Knast sitzenden Z.D. Ende September 2017 sein scheinbares Ende, als die Auslieferung wohl endgültig abgelehnt worden ist. In dieser Sache!
Flugs stellte nämlich Taiwan den Auslieferungsanstrag erneut, diesmal wegen Behinderung der unfehlbaren (s.o.) taiwanischen Justiz. Ergo bekam der mittlerweile 3 Jahre im schottischen Gefängnis sitzende Z.D. zwar Bewährung wegen des ersten Delikts (Todesfahrt), wird aber immer noch in Haft gehalten wegen des neuen Auslieferungsanstrags. Und Taiwan droht an, immer wieder neue Anträge zu stellen, bis.... ja bis er wohl an Altersschwäche gestorben ist.

Irgendwie hat man den Eindruck, dass die schottische Justiz auch irgendein Hühnchen mit Herrn Z.D. zu rupfen hat. Nächstes Update in 10 Jahren.

Zur relativ aktuellen Lage:
http://focustaiwan.tw/news/asoc/201609230033.aspx

Montag, März 26, 2018

Deutschland für Junior zu gefährlich? (Update)

Wir haben 2019 die Rückkehr nach Deutschland geplant. Aber soll man das in Anbetracht der Sicherheitslage auf den Straßen wirklich tun?

Mein Alptraum ist, dass mein wohlerzogener Sohn irgendwann seine Kneipen- und Disco-Zeit hat und dann irgendwann einen Run-In mit den Neubürgern aus Syrien, Irak, Afghanistan und anderen Ländern hat. Natürlich ist der Großteil dieser Menschen friedlich, die Merkel seit 2015 eingeladen hat. Aber ein kleiner Teil dieser Leute ist es gewohnt, Streitigkeiten bürgerkriegsartig mit dem Messer auszutragen. Jedenfalls wenn eine abschreckende Brutalo-Polizeimacht oder soziale Mechanismen wie Blutrache fehlen, die in ihren Heimatländern die Streitlust im Zaume hält. In Deutschland droht ein bisschen Jugendhaft, wenn sie einen "Bio-Deutschen" oder anderen Menschen "messern".

Großburgwedel ist ein verschlafenes Städtchen ganz in der Nähe meiner eigenen niedersächsischen Heimatstadt. Jetzt haben dort "jugendliche" Syrer eine Frau vorm Supermarkt "gemessert", so dass die 24-Jährige im Koma liegt. Vor 2015 wäre so etwas ähnlich wahrscheinlich gewesen wie eine Landung von Außerirdischen vor einem großburgwedler Supermarkt.


https://www.bild.de/regional/hannover/polizei/teenie-sticht-frau-nieder-not-op-55200632.bild.html

http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Burgwedel-Messerstecherei-vor-Edeka-Supermarkt-bei-Hannover

Natürlich geht der Zuzug der von der Politik gewollten Neubürger weiter. Ich will ja auch gar nicht, dass etwa die "Nazi-light"-Alternative im Bundestag irgendwann mal die Regierung übernimmt und Gott sei Dank ist das völlig ausgeschlossen. Aber die Sicherheitslage lässt mich überlegen, wie ich mit meinem Sohn dort leben könnte, in diesem neuen Deutschland. Sicher mit Vorkehrungen ähnlich wie es unser Familienzweig auf den Philippinen macht. Also die Kids immer irgendwo hinfahren und abholen. Nur fehlt in Deutschland die bewaffnete Security, die Innenstadtzonen und Pub-Meilen sicher macht.

In der guten alten Zeit mussten die Deutschen noch ihre Verbrechen selber begehen... 


Ist Deutschland noch ein Land wo man seine Kinder großwerden lassen sollte? Insbesondere wo wir erst ganz am Anfang der o.g. Entwicklung stehen. Irgendwann werden sicherlich Schusswaffen Einzug halten in die neuen Jugendgangs. Aber auch gegen fünf Teenager mit Messern kann man sich halt schlecht zu Wehr setzen. Und selbst wenn man es mit dem "Kurzschwert unter der Jacke" halb scherzhaft gesagt schaffen würde, die Jugendgang in Schach zu halten, würde man anschließend sicher selbst als "Supernazi" für die nächsten Jahre in den Knast einfahren. Auch wenn die lieben zugezogenen "unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge" in Praxi vielleicht zwischen 20 und 30 sind. Oder zumindest gefährlich wie bewaffnete Erwachsene.

Ich ertappe mich dabei zu denken, dass ich wegen dem leiblichen Wohl von Junior wohl doch weiter die Smogluft im sonst sicheren Taiwan in Kauf nehmen muss.

Update: Was sagt die Kriminalstatistik? Hier die Stadt Leipzig:
https://www.mdr.de/umschau/faktencheck-sicherheitslage-mitteldeutschland-100.html
Drastischer Anstieg der ausl. Tatverdächtigen 2015 auf 2016 von 4392 auf 10343.
Taten gegen die sex. Selbstbestimmung: 2015-2016: 341 auf 399 gestiegen.
Straftaten gegen das Leben gleich geblieben mit 29 (2015, 2016) jedoch starker Anstieg gegebenüber 2014 (17).



Montag, März 12, 2018

Keine unreifen Lychee-Früchte essen!

In reformiertem Idiotendeutsch heißen sie "Litischi", wie ich gerade mit schmerzverzerrtem Gesicht gelesen habe.

Ob Litschi oder Lychee, lutschen oder kauen soll man die frischen Früchte nur im reifen Zustand mit außen roter Schale. Nicht im grünen oder halbreifen Zustand, sonst enthalten sie ein Gift, das den Blutzuckerspiegel rapide absenkt und auf nüchternen Magen schlimmstenfalls zu Hirnschäden führen kann. Sagt der FOCUS-Online, dessen täglicher Genuss natürlich auch wieder zum Hirnschaden ühren kann.

Im Gegensatz zu Deutschland hat man die Lychee hier in Taiwan ja oft in frischer Form.

https://www.focus.de/gesundheit/videos/zentrum-fuer-krankheitskontrolle-und-praevention-warnt-gefaehrliche-toxine-welche-frucht-auf-leeren-magen-zu-hirnschaeden-fuehren-kann_id_7626775.html


Dienstag, März 06, 2018

Meine taiwanbedingten Krankheiten einmal sortiert...

Meine Taiwangeschichte ist im Wesentlichen eine Krankengeschichte. Ich sage gern: ich mag Taiwan, aber hasse es, in Taipei zu leben. Es macht mich schlichtweg krank. 
Hier mal der Versuch die zig Krankheiten nach Kausalitäten so sortieren. Ich denke, der in Taipei vorherrschende Smog (Luft schmeckt nach Abgasen, ein im Park gelutschtes Eis schmeckt nach KFZ-Werkstatt, weil Autos und Mopeds ohne Kat vorbei düsen) ist der entscheidende Faktor.



Anfangszeit: 2004-2008 etwa. Taipei ist anders als heute. Weniger schicke oder gut ausgebaute Viertel, fast keine Bürgersteige, Müll zwischen den Häuserreihen. Tote Ratten in Treppenhäusern und sogar im Stadtpark. Sauberkeit hielt erst peu-a-peu mit der SARS-Epidemie - Einzug, nach der Immobilienbetreiber und Stadt gegen Dreck und wilde Müllkippen in der Stadt vorgingen. Meine Symptome in der Zeit:

a) Hautkrankheiten, bevorzugt Pilze, aber auch bakteriell. Neben der ohnehin größeren Bakterien- und Pilzwelt im wärmeren Taiwan wird sicherlich auch die Umweltverschmutzung eine Rolle gespielt haben. Regen schmeckte damals tatsächlich sauer wie Zitronenwasser - habe das einmal probiert. Dreck in der immer praktisch 100% feuchten Luft greift die Haut an und erleichtert es Krankheitserregern durchzudringen. Die damalige Angewohnheit, Treppenhäuser nicht zu reinigen und die Fäulniswolken der wilden Müllkippen im Sommer (heute alle verschwunden) taten sicher ein übriges.

b) Thrombose, will sagen Durchblutungsstörungen (in den Beinen): Hier liegt die Ursache wohl eher in meiner Tendenz, die versmogte und dreckige Umgebung durch in-der-Wohnung-bleiben zu vermeiden. Zu kleine Schuhe (damals nur bis Größe 44 zu haben; ich brauchte und brauche 45-46) und zu kleine Schreibtische taten ein übriges. Junge Taiwaner sind heute nach 14 Jahren wirklich deutlich größer geworden. Damals war vieles noch "Kindergröße" nach deutschen Maßstäben - was Kleidung und Schreibtische anbelangte. Auch hier ist der Smog wieder Teil des Problems: ohne den damals wohl noch schlimmeren Smog-Mief wäre ich wohl öfter raus gegangen.

"Endzeit", ab 2013 oder so:

Min merkwürdiges Syndrom lässt die Taiwanärzte ratlos (oder nach Landesart vor sich hin kichernd) zurück. Meine Nasensekret läuft mir offenbar in den Magen, ich habe Schwindelgefühl in Kopf und Magen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Rückenschmerzen. Teils kann ich mich kaum noch auf den Beinen halten. Ein zu Rate gezogener HNO-Spezialist in einem Krankenhaus kommt auf die umwerfende Diagnose "alles Einbildung". Und kichert ein bisschen beim Rausgehen. Erst mein Kleinstadt-HNO-Arzt in Niedersachsen hat wie auch die Apothekerin die Diagnose parat: Die Nebenhöhlen. Nicht nur ist damit sozusagen bewiesen, dass eine Kleinstadtapothekerin aus Deutschland mehr kann als ein Top-Arzt aus Taiwan, das Problem ist auch erkannt. Ein Blogleser empfiehlt mir eine Nasendusche (etwa bei DM in Deutschland zu erstehen samt Salzpulver). Eine Deutsche in Taipei empfiehlt mir chinesische Traditionelle Medizin. Beides zusammen und später nur die Nasendusche lösen das Problem effektiv.
Genese etwa so: Nebenhöhle gereizt->Sekret läuft in Magen->Magengrippe (kann auch auf Darm schlagen), ferner Nackenschmerzen, resultierende Rückenverspannungen, Migräne.
Da ich in Deutschland soetwas nie habe und es sogar meist ohne Behandlung auf Heimaturlaub weg ging, wird hier wieder die schlechte Luft Taipeis die Ursache sein; verbunden mit der hohen Luftfeuchtigkeit vermutlich.

Und mein gesundheitliches Horrorjahr 2015: Ein gutartiges Wachstum im Körper sorgt für Organversagen, das mich nächtens in die Notaufnahme treibt. Die konsultierten "Spezialisten" reden wieder von Einbildung, einer kichert dabei veritabel vor sich hin. Verschriebene Psychopharmaka verschlimmert die Symptome: sehr beruhigte Organe versagen noch eher. Eine in höchster Not konsultierte (Semi-)Privatklink setzt sofort (drei Kalendertage später) einen OP-Termin an. Problem erledigt. Damals wusste ich noch nicht, dass im taiwanischen Gesundheitssystem der Unterschied zwischen einem kichernden Vollidioten und einem kompetenten Arzt oftmals schlichtweg der Preis ist. Siehe meine Arztinfo Taiwan hier: https://osttellerrand.blogspot.tw/2018/01/gesundheitssystem-taiwan-arzte.html
Was ist hier die Ursache? Bei gutartigen oder gar bösartigen Wucherungen ist das immer schwer zu sagen. Aber der in Taiwan in verarbeiteten Nahrungsmitteln sehr verbreitete industrielle Flüssigkunstoff DEHP (als Palmölersatz genommen) fördert nachweislich eben das gutartige Wachstum, welches mir zugesetzt hatte. Da habe ich einst einen wissenschaftlichen Artikel zu gefunden. Eine andere taiwanische Studie kam zu dem Schluss, es sei nicht der DEHP-Skandal, sondern das (in heißem oft angeschmolzenen Plastik servierte) Seven-Eleven (Kioskmarkt-) Essen, das die hohen DEHP-Werte in Probanden erzeugen würde. Nach meinen Magenproblemen (s.o.) bin ich leider auf das vermeintlich gesündere Seven-Eleven - Essen ausgewichen und habe mich daher gewissermaßen selbst mit massiven DEHP-Konzentrationen "vergiftet". Links füge ich noch ein, wenn ich sie wiederfinde nach der langen Zeit.

Was sollte man tun in Taiwan? Ich denke, die Zustände jedenfalls in Taipei sind längst soweit, dass man einen Weltraumanzug im Freien benötigen könnte. Aber selbst wenn man den hat, irgendwann erwischt einen in Taipei immer. Im Zweifelsfall wird man von einem rasenden Taxi oder Lieferwagen vom Zebrastreifen gemäht, wie das auch schon vielen Ausländern hier ergangen ist.

Der letzte Satz sollte ein Witzchen sein, seufz. Fundierter Halbwitz sagen wir mal.



Donnerstag, März 01, 2018

Teutonische Öko-Panik, Autos

Die Trage trieb mir die Hysterie der Teutonen die Schweißperlen auf die Stirn: ist auch mein deutscher Mitsubishi demnächst von Fahrverboten betroffen?

Verwundert kann man auf die Diesel-Hysterie der Deutschen starren. Aus meiner Kindheit und Jugend kenne ich Diesel noch als rußende, lahme Kisten, die zwar wenig verbrauchten, aber dafür einen entsetzlichen Gestank verbreiteten.

Seit VW dann mit seiner TDI-Technik kam, wurden die Diesel plötzlich zum Lieblingskind des ökobewegten linksliberalen Mainstreams, Fast kein Autotest mehr mit Benzinern, nur noch Diesel wurden getestet. Plötzlich waren sie ultrasauber und eben das Nonplusultra. Viel besser als Benziner, das las man in praktisch jedem Autotest.

So ganz glauben wollte ich es nicht, konnte doch meine Nase immer noch gewissen Dieselmief erschnüffeln, wann immer so ein TDI oder später Commonrail oder was auch immer lief. Gut, das mit dem Nageln war kaum bis nicht mehr zu spüren und als Beifahrer in einem Mercedes-Roadster mit Dieselmotor wollte ich kaum glauben, wie sehr die mich in den Sitz pressende Rakete benzinerhaft fuhr. Ein Sportwagen  und Zweisitzer mit Diesel, unglaublich. In meiner Jugend in den 70ern und selbst noch in den 80ern wäre ein offener Diesel mit zwei Sitzen ein guter Witz gewesen. Aber heutzutage ist das offensichtlich anders. Toll auch immer die VW/Audi-Leistungsdaten im Vergleich zu den langweiligen Mitsubishis, die mein Vater daheim in Deutschland fuhr oder dem Nissan X-Trail, den wir in Taiwan hatten. Wahre Wunder konnte VWAUDI mit ihren Dieseln vollbringen. 4 Liter Verbrauch, 220 km/h und 7,2-Sekunden auf 100 oder dergleichen. Die hatten offenbar keine Ingenieure sondern Magier am Werke, so schien es mir. Nur stanken sie immer noch ein bisschen nach Dieseln.



Und wenn das linksliberale Ökospektrum (heutzutage also CDU, SPD, Grüne, Linke und eigentlich auch FDP) irgendetwas rotköpfig und hypernervös hochjazzen und jeden der sich dagegen ausspricht gleich als Häretiker verunglimpfen, dann hat das Phänomen meist viel mit von-einander-abschreiben und Nachplappern, aber wenig mit planvoller und überlegter Handlung zu tun. So blieb ich und erfreulicherweise auch mein Vater beim Neukauf den Dieseln fern - samt ihrem feinen Dieselgeruch, der noch immer an alte schmutzige Zeiten erinnerte. So kann ich heute aufatmen. Der vom Vater geerbte Mitsubishi ASX 1.6 2WD hat natürlich keinen Diesel und erfreulicherweise auch keinen Diesel-artigen Direkteinspritzer, sondern eine althergebrachte Benzineinspritzung. Er steht auf einer Liste von einigermaßen zukunftssicheren Benzinern, die wenig CO2 erzeugen und keine Direkteinspritzung haben: https://www.motor-talk.de/forum/gibt-es-eine-liste-mit-aktuellen-benzin-saugrohreinspritzern-t5992729.html
Wenn demnächst die Benzin-Direkteinspritzer von Fahrverboten betroffen sein sollten (wie des öfteren in der Presse angekündigt), ist unser ASX wohl "fein raus".

Also wird es noch eine Weile dauern, bis die Hysteriewelle auch ihn erfasst. Immerhin handelt es sich bei ihm um einen kompakten SUV; irgendwann ist er sicher auch mal dran. Auch wenn selbst der linksliberale Spiegel ihm gute Noten verpasst hat: http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/mitsubishi-asx-im-test-da-steckt-mehr-drin-a-1010132.html

Was man heute für ein Auto kaufen sollte, ist sicher auch so ein Thema. Persönlich würde ich heute wohl zum Hyundai oder Toyota-Hybrid - oder zum Mitsubishi Outlander (SUV-) Hybrid - greifen, wenn es sein müsste in Deutschland. Ein sinnvolle Technik, die auch auf Langstrecke alltagstauglich ist und den Verbrauch stark absenkt im Vergleich zu gleichstarken Benzinern. Ich bin ja nicht gegen moderne Umwelttechnik, sondern nur gegen das hysterische hochjazzen und anschließendes wieder-fallenlassen unserer ach so politisch korrekten Eliten in Journallie und Politik. Bezeichnend, dass man da wohl kein deutsches Auto kaufen kann mit dieser sinnvollen Übergangstechnik.

Übermorgen werden es dann sicher Elektroautos sein, wenn dereinst viele Ladestationen überall zu finden sind und neue Technologien wie die Feststoffbatterie oder die Alu-Wasser bzw. Alu-Luft - Batterie für lange Reichweiten und kurze Ladezeiten (oder Betankungszeiten bei der Alu-Wasser-Batterie) sorgen.

Meine Frau hat für den grob für 2019 angepeilten Umzug nach Deutschland fraglich ganz andere automobile Pläne, die ein bisschen taiwantypisch sind. Deutsch, möglichst mit Stern, möglichst viel PS und möglichst groß, am Besten SUV. Mit dem man dann vielleicht bald nicht mal mehr in städtische Gebiete fahren darf. Da belassen wir es doch die nächsten Jahre beim guten japanischen Stern (aus drei Diamanten), der in der Garage steht.

...Und in Taiwan fahre ich weiter mit unserem kleinen roten Nissan March aka Micra zwischen den dicken SUVs herum.



Dienstag, Februar 27, 2018

Planung DACH-Trip

Da geht schon manches Durcheinander in der Hektik

Erst solle es eine Kreuzfahrt um Norwegen herum werden. Dann hatte sich der Plan ein bisschen gemorpht, so dass jetzt von einer Bergtour in CH, AU und Bayern die Rede ist. Daher habe ich in meinem Reiseplanungs-Excel die einzelnen Ausflüge immer noch als "Landgänge". Der Einfachheit halber taufe ich meinen roten in Deutschland stationierten Mitsubishi ASX einfach in "MS COSTA CORDALIS" um, geele mir die Haare nach hinten und nenne mich "Commandante Schettino". Geht alles. Das Fahrwerk des Mitsubishi ASX (kleiner SUV) ist in den Bergen auf der Autobahn eh immer etwas schwammig, da kommt der Schiffsvergleich gut hin.

Noch vier andere Taiwaner sollen auch noch mit, also muss es wohl ein geliehener T5 werden mit oder ohne Abgasschummelei und die Sache mit dem Personenbeförderungssschein ab 7 Personen ist offenbar ein Gerücht. Über 9 wird einer über die Planke geschickt, auf hoher See in den Kassler Bergen, denn mit dem normalen Führerschein (hat nix mit der AfD zu tun) darf man offenbar Autos mit bis zu 9 Plätzen incl. Fahrer über die hohe See steuern.

Kleiner Bug im Excel-Schiet. Jetzt wollen wir um 10.00 das Mozarthaus in Heidelberg besuchen. Copy und Paste...
Kaufen wir eben Mozartkugeln bei EDEKA stattdessen. So ....gelöst.
Landgang zum Villa-Hammerschmidt-Fjord in Norwegen. Na, streichen wir Bonnwegen lieber von der Liste.

Prag und Wien habe ich zu Wien simplifiziert, aber von den Schweizer Bergen will meine Frau nicht lassen, obwohl es in Österreich auch welche gibt.

Wenn wir die Planung weiter täglich ändern, ist am Ende alles ausgebucht und es reicht nur noch für 14 Tage Pension Pommelmann im niedersächsischen Mittelgebirge Harz. Das käme auch billiger nach den Geschäften meiner Frau in Manila - leidensfähige Blogleser erinnern sich.

Ups... Frau fragt gerade, wann wir mit dem Auto aufs Schiff fahren. Das war die Fähre von Dänkemark nach Schweden aus einer alten Rohplanung. Okay, mal gucken ob man über den Königssee schippern kann...



Dienstag, Februar 13, 2018

Kommentarregeln aktualisiert

Die außerordentlich wichtigen Kommentarregeln im Blog sind aktualisiert! Besonders wichtig in Zeiten, in denen fast niemand mehr Blogs liest. Neu hinzugekommen: "No lollygagging!".

http://osttellerrand.blogspot.tw/2013/12/neue-kommentarregeln.html

Donnerstag, Februar 08, 2018

Taiwa(h)n wackelt, alle hypernervös wegen Chinese Fucking New Year

Okay, ich bin erst einen Monat wieder in Taiwan, aber es nervt.

Erstens, ich habe mich verhoben, als ich in Deutschland für meine Mutter 150 kg Vogelfutter transportiert habe. Die alte Dame ist ein dermaßener Vogelfütter-Fanatiker geworden, dass ich sehr viel von ihr verlangtes Futter per Post kommen ließ, nur um beim Paketeverarbeiten prompt einen Hexenschuss zu bekommen. Okay, ein rein deutsches Problem.

Aber kaum wieder zurück im zentralheizungslosen Taiwan transportierte ich 32 kg Kerosinkanister für unseren Kerosinofen in der Wohnung. Und der Hexenschuss verlagerte sich gewissermaßen nach vorne, wo er auf die Disassimilationsorgane geschlagen ist. Stichwort "00, WC, Pottologie". Nach Einnahme einer ganzen Apotheke geht es wieder recht gut.

Kaum wird das besser fängt die verdammte Insel an zu wackeln, dass man kaum irgendeine Sache erledigen kann ohne sich zu fragen, was nun diesmal passiert. Die Schäden in Taipei sind allerdings sehr gering, während es im Osten bei Hualien richtig gerumst hat; siehe Bild.

Das Foto stammt aus taiwanischen Onlinemedien und irgendein Witzbold hat die beiden braunen Streben im Bild eingezeichnet vermute ich. In anderen Bildern sieht man das selbe Haus genau so, nur ohne die gezeichnet wirkenden Stützen, etwa hier: https://weather.com/de-DE/wetter/ausland/news/2018-02-07-tote-und-verletzte-nach-heftigem-erdbeben-in-taiwa/

Auch sonst sind die Taiwaner hypernvervös, wie immer üblich im Chinese New Year, das jetzt vor der Tür steht. Wieso? Nun, viele sind alkoholisiert unterwegs, auch mit dem Auto natürlich und der Verkehr und alles Gedränge ist deutlich dichter als sonst. Und das in einem Land, in dem man sich sowieso schon immer gegenseitig auf den Füßen rumsteht.

Prompt hatten wir auch mal wieder eine Begegnung mit einem aggressiven Fahrer. Beim Rausfahren aus dem Parkhaus blockierte er die einzige Ausfahrt. Warum, wissen also Götter allein. Als wir hinter ihm hupten, machte er auch nichts, außer wie ein Irrer aus dem Fenster meine Frau anzuschreien. Als ich um ihn herum fahren wollte - was gerade noch möglich gewesen wäre - fuhr er mit dem Wagen vor, um uns am Passieren zu hindern. In den folgenden Diskussion ist mir sicher einmal ein "fucking drive your car!" entfleucht. Weswegen er mit der Polizei drohte, die wir (!) dann prompt gerufen haben. Wir wollten ja auch das Parkdeck irgendwann mal wieder verlassen. Sonst hätte uns der wilde Herr schon zu irgendwas einladen müssen, wenn er uns dort festhalten wollte. Vielleicht eine Sarsaprilla-Taiwancola. Stattdessen fuchtelte er mit Pfefferspray herum, der gute Mann. Ausländer werden allerdings immer wieder von wilden Taiwanern verklagt, wenn sie irgendwann genervt das Wörtchen Fuck benutzen. Das haben sich die Taiwanis toll überlegt. Sie können auf Chinesisch herumschreien und provozieren und nötigen, aber wehe es entfleucht dem Ausländern ein kleiner Fluch. Nun, wir haben seine Nötigung wie immer auf der Dashcam und sollte ich wegen eines Fluches bei der Beanstandung einer Nötigung wirklich verurteilt werden, dann sitzt das Taiwanblog in der ersten Reihe und in sozialen Netzwerken und natürlich hier wird alles in epischer Breite nachzulesen sein. Typisch auch, dass der Polizist weder Fahrerlaubnisse noch Alkoholisierung kontrolliert hat.

Während ich diese Zeilen schrieb, hat es wieder dreimal gewackelt, das nervöse Inselchen. Nervös auch meine Gattin, die nun an den Finanzmärkten tätig ist, mitten im "Flash-Crash" der Börse. Für Aufregung ist da immer gesorgt.

Ich wünsche also allen Leserinnen und Lesern und sogar den sicher nicht zum Lesen dieses Artikels in einer unbekannten Sprache die Ruhe habenden Taiwanis ein Fucking Happy Chinese Fucking New Year und verbleibe mit korpolierenden Grüßen,

Ludigel

Freitag, Januar 26, 2018

Gesundheitssystem Taiwan: Ärzte, Krankenhäuser (Update)

Erst durch eine 2015 im "Tri-Service"-Krankenhaus NeiHu schief gelaufene Behandlung habe ich so richtig begriffen, wie Taiwans Medizinsystem funktioniert. Hier ein Überblick.

0. Blutspende-Wagen

Blutspendewagen nehmen kein Ausländerblut an (oder kippen es weg, wenn man drauf drängt, vermute ich). Das erklärt sich durch gesetzliche Regelungen, weil Ausländer reisen und andere Länder natürlich andere Krankheiten haben. Außerdem glauben Taiwaner ohnehin, Ausländer hätten HIV und BSE im Blut ;-)





1. Apotheken

... gibt es so in Taiwan eigentlich nicht. Was sich hier Pharmacy (Apotheke) nennt sind eigentlich eher Drogerien, eventuell mit Megaphon-Werbeaktion "Ein Ei, ein Becher Tee und 1 Stück Seife für 10 Taiwandollar (NT)". Hier gibt es also auch Shampoo (mit Schwerpunkt auf Medizinischem), dann aber wieder große Lücken im Sortiment. Nagellack zum Beispiel haben sie üblicherweise nicht (weil man das eher im Seven-Eleven Kioskmarkt kauft). Medikamente kauft man praktisch nur in Selbstmedikamentation. Ist ein Medikament nicht vorrätig ist der Verkäufer meist unwillig es zu bestellen, selbst wenn er einigermaßen Englisch kann. Drogerie eben. Verschreibungspflichtige Medikamente (hier hat Taiwan ähnliche Regeln wie Deutschland) gibt es nicht frei zu kaufen.
Aus Deutschland bekannte Medikamente gibt es eher selten. Ärzte teilen Pillen selber zu, daher gibt es eben kein richtiges Apothekerwesen.
Äußerlich erkennbar am typischen klassischen Drogerieäußeren (eher nicht wie DM oder Rossmann, sondern wie es früher auch in Deutschland war), meist mit dem Logo von Taiwans Einheitskrankenkasse National Health Insurance  (NHI) versehen (zwei grüne Männchen im blauen Kreis). Beispielfoto.
Öffnungszeiten 9-22 Uhr oft.

2. Ärzte mit eigenen Praxen

...sind fast alle nur HNO-Ärzte, weil Taiwan wenigstens im Norden zwar monatelang niedrige Temperaturen (etwa Nov-Feb) von +3 bis +18 Grad hat (die Ausreißer nach unten sind das interessante), aber die Gebäude meist keine Heizung haben (Hotels, Kioskmärkte etc. meist ausgenommen). Ich benutze diese Ärzte aber auch einfach als Allgemeinmediziner, in Ermangelung von solchen. Gelegentlich versuche ich eine Verbindung zur Nase herzustellen, wenn ich den Arzt noch nicht so genau kenne. Etwa: Mein Daumen wird dick weil Junior draufgebissen hat, aber ich habe auch einen Pickel auf der Nase).
Mit der taiwanischen NHI-Karte (grüne Krankenversicherungskarte von der staatlichen Krankenkasse) erhält man eine bunte Tablettenmischung für 3 Tage (Tüte verrät was drin ist, Beipackzettel sucht man vergebens) mit meist viel Antibiotika. Schnell soll es wirken, damit der Kunde zufrieden ist und wiederkommt. Taiwanische Ärzte arbeiten lang und verdienen wenig. Unterschiedliche Öffnungszeiten, meist wochentags abends und auch am Samstag tagsüber und abends, manchmal auch Sonntag Abend. Praxisgebühr von 200 NT bei jedem Besuch zu zahlen wenn man sich mit der NHI-Karte registriert. Am 4. Tag und oft danach kommt man manchmal einfach wieder und sagt "Gei woa wode jao" (etwa: "Gäj woa woade jau") und erhält dann ohne zum Doc reinzugehen die selben Medikamente.  Verstopfte Nasen werden vor Ort abgesaugt und man kriegt was in den Hals gesprüht.

Sind die Arztpraxen tatsächlich Allgemeinmediziner oder Internisten (meist Gemeinschaftspraxen), dann fehlt meiner Erfahrung nach der Punkt, wo sie einem sagen "ich komme nicht weiter, geh ins Krankenhaus zum Spezialisten" sondern sie behandeln stur mit der letzten Pillenmischung weiter.

Ohne NHI-Karte legt man den Pass vor und geht meist mit 1000 bis 2000 NT Kosten wieder raus (etwa 25-50 Euro umgerechnet). Man kann dann eine Medikamentenverlängerung gleich dazu kaufen.

In winzigen Praxen, die letztes Jahr noch ein kleiner Supermarkt waren und nächstes Jahr vielleicht ein Nudelrestaurant, sitzt der Doc hinter dem Tresen hinter einer Pappmascheewand hinter einem Vorhang (größere Praxen gibt es auch). Manchmal ist so viel Betrieb (insb. bei Hautärzten), dass die Türe (wenn vorhanden) zum Wartezimmer gleich offen steht und der nächste Patient schon mit im Wartezimmer steht und der letzte sich noch die verarzteten Furunkelfüße reibt. Nicht mit Sandalen in die Blutlache treten. Desto voller, desto unsauberer. Die kleinen HNO-Buden sind aber meist sauber.

2a. Privatärzte

Eigentlich soll in Taiwan jeder in der NHI sein und jeder Arzt muss ein Kassenarzt sein. In der Praxis gibt es aber offenbar reine Privatklinken, etwa den "Dr. Wu" in Taipei, der vor etwa 12 Jahren jedenfalls ohne NHI-Karte als Hautarzt tätig war, allerdings gepaart mit einer Wellness-Klinik, so dass der Grenzbereich zwischen Salbe für Entzündung und Salbe zum Jungaussehen wohl versicherungstechnisch verschwamm. Mittlerweile finde ich vom Dr. Wu nur noch eine Kosmetiklinie, die sich die Damenwelt hier reichlich auf die Pelle schmiert.

2b. Chinesisch-Traditionelle Ärzte

... sind mit NHI-Zeichen draußen genauso offiziell wie die "westlichen Ärzte/Western Doctors" und diagnostizieren mit vulkanischer Gedankenverschmelzung über Anfassen am Handgelenk (nicht an der Schläfe wie bei Startrek). Mein Katra zu deinem Katra, aha, du hat gerade Süßes gegessen, sollst du doch nicht. Man kriegt für 1000 bis 4000 NT ein Mischpulver verschrieben, das meist nach Baumrinde riecht (also vermutlich u.a. ein natürliches Aspirinpulver enthält, was das Blut verdünnt). Diese Medikamente wirken bei Dauereinnahme tatsächlich. Man sieht oft viele natürliche Blütenzutaten in den Gläsern in der Apothekensektion. Leider kam es in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass Zutaten aus der VR-China verwendet wurden die massiv mit Schwermetallen und evtl. auch hohen Cortisondosen versehen war. Der Tod des Patienten etwa durch aktues Nieren- oder Leberversagen ist eine extrem seltene aber durchaus manchmal vorkommende Randerscheinung der Behandlung.

Tri-Service Hospital NeiHu


3. Zahnärzte

... lehnen schon mal die Behandlung ab, weil sie voll sind oder so, selbst bei Schmerzen. Jedenfalls auf dem Lande. Der Behandlungsstuhl hat evtl. noch den Schweiß vorm Vorpatienten auf dem Latex und der Schwenktisch ist noch voll mit Abfall mit Vorpatienten, es sei denn man hat einen der wenigen sauberen Dentisten. Meist stehen zwei bis vier Stühle direkt nebeneinander, oft einsehbar von der Straße durch das Schaufenster (war letztes Jahr noch ein Dumpling-Restaurant und vorletztes ein Nagelstudio) und immer einsehbar vom Wartezimmer. Schreit man gleich weniger und zappelt auch nicht so. Auf NHI-Karte kann man sich alle drei Monate gratis die Zähne überprüfen und saubermachen lassen.

4. Spezialisten

... sind fast immer in Krankenhäusern niedergelassen, wo es den OPD-Tresen (OPD = Out Patient Department) zur Registrierung gibt. Besonders beliebt bei ausländischen Patienten ist das lange Formular voll und ganz in chinesischen Schriftzeichen. Einen Termin vereinbart man eigentlich vorher, um episch lange Wartezeiten zu vermeiden, was über komplett in Chinesisch geschriebene Webseiten geht (Ausnahme offenbar hier). Hat man eine Nummer, sucht man erst mal das Sprechzimmer und registriert sich dann erneut entweder durch Einstecken der NHI-Karte in einen modernen Tablettcomputer in der Wand, der einen dann auf der Warteliste automatisch aktiviert oder indem man die Sprechstundenhilfe abfängt und ihr die NHI-Karte und den Registrierungsschrieb in die Hand drückt. Wer keine NHI-Karte hat muss auf jeden Fall die Sprechstundenhilfe abfangen, sonst kommt er nie dran. Taiwaner rasen auch einfach in das Behandlungszimmer rein und erwischen Frau Lu mit runtergelassenen Hosen, um ihren Schrieb abzugeben.

Der Wand-Tablettcomputer, wenn vorhanden, zeigt meist zwei Nummern an. Einmal wer jetzt dran ist groß links (etwa: 52) und dann wer als nächstes dran kommt klein rechts (etwa 58, weil 53-57 noch nicht den Schrieb abgegeben haben und nicht physisch anwesend sind). Verpasste Nummern werden erneut automatisch aufgerufen, etwa steht dann dann (52 | 8) und die 8 ist dann als nächstes dran. Mit "altmodischem" Digitaldisplay kann man als Nummer 8  auch bei höherer Zahl die Sprechstundenhilfe abfangen und kommt dann irgendwann dran.
Sind weitere Tests erforderlich erhält man die entsprechenden Schriebe und macht sich auf das fröhliche Suchen der entsprechenden Abteilung, wobei uns trotteligen Ausländern aber immer gern und freundlich weitergeholfen wird. Am Ende hat man einen Rezeptschrieb, mit dem man jetzt erst zur Kasse geht (i.d.R. Nummer ziehen) und dann am Kassenfenster die NHI-Karte und den Schrieb vorlegt und immer ein paar Hundert und oft 1000 NT bezahlt. Mit dem abgestempelten Medikamentenzettel (der eine Nummer irgendwo hat) geht es dann zur Warteschlange der Apotheke, wobei man sich erst anstellt, wenn die eigene Nummer kommt oder übertroffen wurde. Denn erst dann sind die Medikamente fertig. Mit anstehende Taiwaner wollen dem Ausländer meist die Nummer auf der Verschreibung kontrollieren; er könnte ja zu früh anstehen und schlauer als unsereins sind sie ja eh. Oft fragen die Apotheker, ob man Englisch benötigt, dann haben sie die Option im Computer und die Medikamententüte ist auf Englisch (Wirkstoffe sind ohnehin immer auf Englisch). Wieder hat man nur für 3 Tage die Medikamente und muss bei Neubedarf wieder zum Arzt rein.

Die qualitative Bandbreite der Behandlung ist extrem. Die Krankenhäuser teilen sich grundsätzlich in drei inofizielle Klassen: wenig Zuzahlung, mittelviel Zuzahlung und viel Zuzahlung und entsprechend ist der nächste Arzttermin (evtl. zur Auswertung des Bluttests) nächste Woche/in 2 Wochen oder in ein paar Tagen oder eben sofort im Anschluss. In der niedersten Kategorie bin ich einmal vom Arzt ausgelacht worden und musste hören, meine mich in die Notaufnahme treibenden Symptome seien eingebildet. Ein Krankenhaus der höchsten (inoffiziellen) Kategorie hat mit dann praktisch sofort in den OP gesteckt und weg waren die Symptome - von wegen eingebildet.

Eines muss ich sagen: Die Kinderkliniken sind aber scheinbar immer sehr gut.In der niedrigsten Kategorie hat man sonst Ärzte die einem wie Scharlatane vorkommen oder eben auch vertrauenswürdige Leute, die wissen was sie tun, aber einen lange auf die Auswertung des Tests etc. warten lassen.

Ein Ausländer, der nach einer Unfallflucht blutend in einem Krankenhaus erschien, musste erst mal das lange Formular ausfüllen und saß dann mit regulären Patienten in der Warteschlange. Hier wäre wohl die Notaufnahme besser gewesen. Die Krankenschwester sei schreiend aus dem Behandlungszimmer gerannt, als sie sein Blut gesehen habe. Ich vermute, sie hatte Angst vor Ausländerblut (das bekanntlich AIDS-verseucht ist, wie die Regenbogenpresse hier lehrt). Ich habe so etwas noch nie erlebt, aber auch noch nie geblutet im Wartezimmer.

Krankenhaus-Beispiele:

I. Wenig Zuzahlung, lange Wartezeiten, sehr durchwachsen bis auf Kinderklinik und Notaufnahme, die sehr gut sind:

Tri-Service-General Hostpital Taipei-NeiHu: https://wwwv.tsgh.ndmctsgh.edu.tw/english/191
Ein allen offen stehendes Militärhospital (wegen dem Tri-Service im Namen erkennbar).

II. Mittelviel Zuzahlung, eigene gute Erfahrungen:

Taipei Veterans Hospital in Taipei-BeiTou: https://www.vghtpe.gov.tw/Index.action

III. Viel Zuzahlung, sehr schnelle und kompetente Behandlung (außer in Augenarzt-Abteilung, da hatten wir einen sehr arroganten unwilligen Arzt):

Das private ShuTien-Hostpital am Daan-Park in Taipei (aka Ruentex-Klinik), das auf NHI-Karte eben gegen teils erhebliche Zuzahlung behandelt (was ohne OP durchaus erträgliche Summen von min. etwa 500 NT oder so sein können): http://www.shutien.org.tw/
Die Klinik hat zur Zeit wohl nur Urologen und Augenärzte und arbeitet mit dem Shung-Shan Hospital zusammen (http://www.csh.com.tw/en/en1.php). Hat man stationäre Behandlung, bietet das ShuTien die Möglichkeit, die OP und das Zimmer mit dem Arzt vom ShuTien im ShungShan zu haben, was erheblich billiger ist.

5. Notaufnahmen (ER, Emergency Room)
... haben geringere Warteschlangen und wollen im Gegensatz zu Deutschland nicht nur vertrösten, bis man wieder zum "Hausarzt" gehen kann, sondern behandeln wirklich und umfassend und sehr kompetent, auch im o.g. Tri-Service. NHI-Karte oder Pass mitbringen.

6. Spezialbehandlungen für solvente Ausländer

... bietet etwa das TriService in NeiHu. Hier hat man offenbar First Class - Service mit Luxuseinzelzimmer und schneller Behandlung, allerdings DARF man nicht bei der staatlichen NHI Krankenversicherung versichert sein.



Nachtrag: Besonderheiten im Krankenhaus:

Man erwartet, dass eine Begleitperson mit im Zimmer auf unbequemer Liege neben dem Bett nächtigt und Jobs übernimmt, die in Deutschland die Krankenpfleger/-schwerstern erledigen würden wie Bett machen, füttern etc. Es gibt professionelle mietbare Begleitpersonen über Privatkontakte.

Besuchszeiten sind de facto fast rund um die Uhr. In Mehrbettzimmern hat man bis spät am Abend 22 Uhr eine kreischende Großfamilie am Nachbarbett und vor dem eigenen Fußende steht Ho-Fong, der noch lauter schreien muss, weil er gerade telefoniert. Riecht auch lecker, wenn sie alle viel zu futtern nach taiwanischem Geschmack mitbringen.

Das Essen im Krankenhaus ist wohl ein privater zubuchbarer Lieferservice und meist erstaunlich gut.

Zweibett- oder Einzelzimmer lohnen sich wegen der Always-Open-Besuchszeiten. In den meisten Krankenhäusern kostet ein Einzelzimmer um die 4000 NT pro Tag, im privaten ShuTien um die 30.000 NT. Wir haben eine private Zusatzversicherung, die die 4000 NT jedenfalls abdeckt (Allianz Taiwan ;-)

Großer Vorteil des Taiwan-Kassensystems gegenüber Deutschland. Als ich vor vielen Jahren das mal überprüft habe, war der Kassen-Basissatz etwa für Beschäftigungslose bei etwa 1000 NT im Monat und als Angestellter wurde mir ein ähnlicher Betrag vom Gehalt abgezogen; der Arbeitgeber zahlt genauso viel. Die umgerechnet 25 bis 30 Euro sind eine ganze Ecke günstiger als der deutsche Basissatz für freiwillig gesetzlich versicherte von knapp 190 Euro.

Tipp:
In der Holzklasse der Krankenhäuser in der ambulanten Behandlung am besten mit eigener Recherche überprüfen, ob die Diagnose schlüssig ist. Die Ärzte verdienen an Operationen sehr viel mehr als sonst und sind i.A. schlecht bezahlt.


Zusammenfassung des Artikels a la Reiseführer:

"Die ärztliche Versorgung in Taiwan und insbesondere Taipei ist annähernd so gut wie in Deutschland." Erstaunlich, welche Bedeutung das Wort "annähernd" haben kann.

Keine Organtransplantation, sondern nur ein Kimchi-Kochkurs (und in Korea gebe ich zu).

Mittwoch, Januar 24, 2018

KMT contra Eppelmann (DDR-Bürgerrechtler)

Eine kleine stumme Mini-Demo der KMT-Jugend Taiwans gab es, als Rainer Eppelmann ein ehem. taiwanisches Gefängnis besuchte und sich auch mit einem politischen Gefangenen traf.

Weiterlesen im Blog von Klaus Bardenhagen, deutscher Journalist in Taipei.
http://www.intaiwan.de/2018/01/22/rainer-eppelmann-taiwan-reise-kriegsrecht/


Freitag, Januar 19, 2018

Zurück nach D?

Länderchaos wieder mal?

Das Hauptproblem das meine Frau und ich haben ist ein geographisches. Ich lebe seit 2004 in Taipei, aber ich hasse die Enge, den Smog, die Hektik und meine Gesundheit hängt mir hier auch immer in den Kniekehlen, wobei sich letztlich alles auf den Smog zurückführen lässt.
Meine Frau hingegen hat immer in Deutschland den "Rappel" bekommen, schwer zu ertragende nervös-genervte Zustände, die am heimischen Familientisch mit meinen Eltern zu manchem Drama geführt haben.

Kulminiert war unser Geographieproblem 2016 (korrigiert), als meine Frau kurzerhand mit unserem Sohn nach Manila auf den Philippinen zog, wo sie für kurze Zeit finanziell und sozial mit ihrer dort lebenden Schwester fusionierte und ich nach Deutschland zog. Die Trennung von Mr. und Mrs. Ludigel schien unausweichlich, auch weil ich den Traum vom Leben im Hochkriminalitätsland Philippinen mit geschäftlicher Fusion mit dem dortigen Schwester/Schwager-Pärchen nie nachvollziehen konnte.

Schon bald jedoch hatte meine Frau Manila wieder verlassen. Sie und Sohn waren wieder in Taipei. Nur die finanzielle Fusion mit den Manilesen ließ sich nicht mehr auflösen; da ist noch heute alles Geld vertäut und ich versuche das Thema mit schwarzem Humor zu nehmen.

Nun leben wir wieder in Taipei aber meine Frau erklärt nun, sogar in das ihr unwohle Deutschland ziehen zu wollen. Sollen wir also unseren Doppeleinkommensjob bei der taiwanischen Firma kündigen um in Deutschland glücklich zu werden wo ich mich auf Jobsuche begeben müsste? Die finanziellen Konstrukte meiner Frau während unserer vorübergehenden Trennung und das resultierende leere Portemonnaie machen diesen Schritt nicht gerade leichter.

Oder alles so lassen wie es ist? Meine Firma ist so großzügig mir viele Freizeiten in Deutschland zu erlauben, wo ich alle paar Monate jeweils mehr als einen Monat verbringen kann, auch um meine Mutter - die allein im Reihenhaus in Niedersachsen verblieben ist - zu unterstützen.

Was würden sie tun? Stressig erscheint mir insbesondere die Anfangsphase in Deutschland, wenn eine nervöse Frau und Junior zusammen mit meiner Mutter und mir im Reihenhaus sitzen und ich sehen muss, dass ich einen Job finde.
Besser ist es sicherlich, Vorstellungsgespräche oder die neuerdings in Mode gekommenden Assesments mit 50 Kandidaten ohne finanziellen Druck im Hinterkopf zu führen.


Donnerstag, Januar 18, 2018

Taiwaner Drittbeste: Intelligenzbestien

Dass Taiwaner "pfiffig" sind, schreibe ich des öfteren. Etwa indem sie giftige Schadstoffe im Essen einfach legalisieren. 
Wäre Taiwan voller "Schwarzer Witwen", die ältere Herren mit Strichnin-Tee um Leben und Erbschaft bringen und wolle Taiwan seine Kriminalstatistik verbessern, dann gebe es zwei Methoden: Entweder die Kriminalität bekämpfen oder eben heimlich-Strichnin-im-Tee legalisieren.

Mit den fortlaufenden Lebensmittelskandalen hat Taiwan den letzteren Weg beschritten. Der giftige Flüssigkunstoff DEHP, der immer wieder im taiwanischen Essen auftaucht, ist neuerdings nicht mehr "toxic" sondern nur noch eine bedenkliche Substanz. Problem gelöst.


Da staunt der Teutone: nirgends Flüssigkunstoff drin, sondern IQ en masse: Taiwan



Wie kommt man auf sowas? Nun, etwa indem man eine Intelligenzbestie ist. Taiwan ist mit einem Durchschnitts-IQ von 106 Drittbester in der IQ-Welthitliste, nur getoppt von Singapur und Hongkong mit 108. So gesehen könnte man auch Taiwan den 2. Platz geben und Singapur und HK teilen sich den ersten.

https://www.laenderdaten.info/iq-nach-laendern.php

Die beste europäische Nation sind die Meister von Handgelenkstickern und Schoki, die Schweizer mit einem IQ von 102 und Pos. 7; davor Südkorea, Japan und China.

Niederlande, Nordkorea und Macao runden die Top-Ten ab, so also nur zwei Europäer den Asiaten die Ränge streitig machen.

Deutschland auf Platz 15 mit runden 100; der selbe Wert wie GB, Österreich und Neuseeland. USA abgeschlagen auf Platz 27. Jetzt denkt jeder "doof sind die Ammis". Aber tatsächlich ist es immerhin noch ein IQ von 98, also knapp hinter den merkelwählenden Teutonen.

Die Philippinen, in die ja kürzlich meine Frau umgezogen war (um eine Weile später geldbefreit reuig zurück zu kehren) auf Pos. 65 mit IQ 86. Bei manchen Sachen schlägt eben die 86 doch die 108.

Die Frage ist: Was ist mit den Ländern, aus denen "unsere Zukunft" gerade kommt. Also der arabische und afrikanische Raum mit seinen Heerscharen an Fachkräften, die gerade wie eine Wissens- und Wirtschaftskraftinfusion teddybärenduckend in die deutsche Wirtschaft strömen?

Da wurde der Mausfinger fast verkatert vor lauter Scrollerei.

Afghanistan, Land des berühmten "Kabuli Pilaw" (geschmortes Lamm): Pos. 94, IQ 80.
Irak, Wiege der Zivilisation, Pos. 67, IQ 86.
Syrien: Pos. 87, IQ 82.

Zum Vergleich Türkei, hier außer Konkurrenz mit Pos. 56 und IQ 89.

Die südlichen Afrikaner haben die 70er-IQ-Nummern für sich gepachtet (Elfenbeinküste, Kenia mit 71 Ghana und Namibia mit 69; die nördlichen Marokkaner haben hier das Rennen für sich entschieden mit einem IQ von 82; Tunesien 81.

In Deutschland gilt also Grenze für geistige Behinderung die 69 beim IQ. So gesehen ist unsere Auffassung sicher falsch. Invertiert man die Tabelle einfach, dann liegen die Zukunftsländer vorn und alles ist in Ordnung.

Kritikpunkt am IQ-Test natürlich: Dass er eher westliche Neigungen bei kognitiven Prozessen berücksichtigt und daher andere Kulturen benachteiligt sind.


Freitag, Januar 12, 2018

Taiwan Lebensmittelstatus 2017: krebserregender Stoff legalisiert!

Seit ein paar Tagen bin ich wieder in Taiwan. Und habe merkwürdige und sehr störende Symptome, die ich als allergisch einstufe

Abgesehen von einem Hexenschuss beim 150 kg-Pakete-Stemmen war ich während der 5 Wochen meines vergangenen Deutschlandaufenthalts die reine Gesundheit. Doch kaum seit ein paar Tagen in Taiwan (seit dem 03.01.) bin ich ein gesundheitliches Wrack. Eine Vorgeschichte habe ich ja: Seit meinem Kommen 2004 hatte ich in Taiwan ständig allergische Symptome (eine Miniversion von dem was ich jetzt habe), die bei Aufenthalten außerhalb Taiwans am dritten Tage völlig verschwanden. Ich dachte immer, was kippen die Taiwaner bloß ins Essen? Die Antwort war u.a. DEHP, ein industrieller Schmierstoff, der wohl seit den 90er-Jahren Palmöl in Taiwan ersetzt hat und in fast allen Lebensmitteln war.

Siehe hier: 
https://en.wikipedia.org/wiki/2011_Taiwan_food_scandal
und auch hier bzgl. anderer problematischer Stoffe:
https://en.wikipedia.org/wiki/2013_Taiwan_food_scandal
und hier:
https://en.wikipedia.org/wiki/2014_Taiwan_food_scandal

2011 verschwanden dann die Symptome. Im Jahre 2015 hatte ich dann allerdings ein gutartiges Wachstum, das zu einer Art Organversagen führte und operativ behandelt werden musste, laut Tierversuchen lässt es sich auf DEHP zurückführen (auch wenn das gutartige Wachstum auch andere Gründen haben kann, wie immer bei solchen Dingen).

 Wo ist mehr Plastik drin? Im Essen oder im Löffel?

2016 hatte ich dann keine Symptome mehr, aber nun nach der Rückkehr nach Taiwan bin ich wieder voll dabei. Lassen wir meine persönlichen Symptome und fragen wir uns stattdessen, wie es im Jahre 2017 mit der Lebensmittelsicherheit in Taiwan ausgesehen hat. Aufgefallen ist mir, dass man von Lebensmittelskandalen rein gar nichts mehr hört. Ganz im Gegensatz zu früher. Soll das nun heißen, dass die Taiwaner ihre Lebensmittelindustrie komplett umgekrempelt haben? Oder - so dachte ich sogleich - hat die neue Präsidentin Tsai Ingwen  (DPP, seit 2016 im Amt) eventuell die Regularien aufgeweicht?

Ich weiß es natürlich auch nicht, aber folgender Link stimmt wenig optimistisch:
http://courageworld.ch/TaiwanFood.htm

Dort heißt es, berufend auf einen Universitätsprofessor, dass Taiwan 2017 mehr "relaxed" bei der Lebensmittelsicherheit sei, im Gegensatz zu anderen Ländern. Und dass - eine 2017er Meldung) der erlaubte Pestizidgehalt der Nahrung 1000 mal so hoch sei wie in Europa. Außerdem sei das Dioxin-Kontrollsystem zusammengekracht. Näheres wird nicht angegeben sondern auf einen TV-Bericht verwiesen.
Außerdem haben die pfiffigen Taiwaner einen Kustgriff gemacht. Der toxische Flüssigkunstoff DEHP ist laut dem Link 2017 nicht mehr als "toxic chemical material" sondern nur noch als "concerned chemical material" eingestuft.

Weil also das krebserregende, leibesfruchtschädigende und Diabetes auslösende DEHP in Taiwan als illegaler Palmölersatz so beliebt ist, hat die Regierung die Konsequenzen gezogen und den Stoff offenbar legal gemacht! Das würde meine derzeitigen Symptome erklären, die wie eine Maximalversion dessen sind, was ich bis 2011 hatte (offenbar: China-Times, April-21-2017).

Ich gebe meinen Symptomen (die ich meiner einer gewaltigen Apotheke bekämpfe) noch 2 Wochen. Wenn sich dann nichts ändert, muss ich die Zelte im Chemiewunderland Taiwan abbrechen, dem Gejammere von Frau und Junior zum Trotze.


Dienstag, Januar 09, 2018

GENERALI Lebensversicherung - Altverträge (Update)

Früher ging's im Blog um Minirockträgerinnen und Stinky Tofu, heute um Versicherungen. So ändern sich die Zeiten


Da gibt es Dinge, die hat man nur so im Hinterkopf und setzt sie als selbstverständlich voraus. Bis man sich näher mit ihnen beschäftigt.


In den 80er und 90er Jahren habe ich zwei Lebensversicherungen bei der VOLKSFÜRSORGE-Versicherung abgeschlossen. Diese gibt es heute nicht mehr, weil die italienische GENERALI die Volksfürsorge übernommen hat. Laut den über die Jahre kommenden Statusberichten sollten beide jeweils eine (Zusatz-)Rente von um die 380 Euro (Garantiesumme bei einer 370 Euro) bieten oder einen Einmalertag in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Nah am Sechsstelligen, so viel sei verraten.

Ich erinnere mich noch gut an das letzte Gespräch. Damals stellte der Volksfürsorgevertreter noch 250.000 DM pro Vertrag in Aussicht, also 125.000 Euro. Davon kann freilich heute nicht mehr die Rede sein sondern die jüngsten Prognosen nähern sich offenbar immer mehr den Garantiesummen an. Ich kann auswählen, ob Einmalbetrag oder Monatsrente und auch letztere fällt immer weiter über die Jahre. Seit 2012 ist beispielsweise die Rente von prognostizierten 439 über 419 auf 408 gefallen.

Die Tage dann eine Horrormeldung in den Nachrichten: GENERALI erwägt den Verkauf solcher Altversicherungen mit hohen Garantiezinsen an chinesische oder britische Investoren, die die Versicherungen dann "abwickeln" wollen. "Abwickeln" bedeutet im günstigsten Fall, dass die Versicherungen einfach weiterlaufen, wenn wohl auch näher an den Garantiesummen orientiert als dass früher der Fall gewesen war. Die Großinvestoren wollen nicht nur Verwaltungskosten sparen sondern auch bei den Auszahlungen sparen.

*** Refrain von Nobbie Blüm: Die Rente ist sischer ***

Noch hat die Generali die Verträge selbst, doch während meines Deutschlandaufenthalts bekam ich schon Besuch von einem Vertreter von GENERALI. Dieser schlug mir natürlich eine Kündigung des einen Vertrages vor, bei dem ich nach wie vor jährlich einzahle. "Minussparen" sei das und als Alternative hatte er...

- Kündigung (etwa um einen "Renault Twingo" zu kaufen wie er sagte)
- Ersetzen durch Pflegeversicherung
- Ersetzen durch neuen Vertrag mit in Aussicht gestellten viel höheren Erträgen aber einem Garantiezins von 0 %.

Fällt mein Altvertrag auf die Garantiesumme zurück hat er sich zwar kaum gelohnt, wirft aber immerhin etwas ab. Daher habe ich natürlich nichts abgeschlossen, auch wenn der Vertreter mit hohen Endsummen gelockt hat. Aber mir war eben noch gut im Gedächtnis wie auch bei Altvertrag damals von unrealistisch hohen Summen geredet wurde und so habe ich das Angebot natürlich abgelehnt. Wer will schon Twingo fahren.

Also nicht auf die Silberzungen der Generali mit Verträgen ohne Garantili reinfallen - letztlich wollen die ihrer Versicherung nur Geld sparen. Die Fürsorge für den Versicherten werden sie nicht im Auge haben.

Theoretisch könnte man mit so einem Neuvertrag beide Seiten glücklich machen: Den Versicherten und die Versicherung. Denn im Gegensatz zu den Altverträgen dürfen die Versicherer am Geldmarkt bei den Neuverträgen höheres Risiko eingehen; etwa sehr ertragreiche Fonds am Markt kaufen.

Aber wenn ich mir vorstelle dass bald ein britischer oder chinesischer Großkapitalist meinen Vertrag besitzt: Soll ich ernsthaft glauben, dass mir ein Herr Fong aus Peking etwas von seinen hohen Erträgen aus purer Menschenfreundlichkeit abgeben will? Er wird mir das abgeben was er muss - und das wären eben 0,0% vom Gewinn. Nichts. Fisch gibt's. Fliegerbrille.

Wer in ähnlicher Lage ist soll bitte die Altverträge behalten. Sonst kichert der Vertreter wenn er mit dem Nullvertrag glücklich das Haus verlässt über die Dummheit des Altkunden.

Edit: Auch ein chinesischer Investor muss in Deutschland voll als Vertragspartner für die Versicherungen einstehen und kann diese nicht einfach kündigen. Die deutsche BAFIN-Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister hat hier ein Auge drauf. Ich frage mich allerdings wie das laufen soll, wenn am Ende der Besitzer in China sitzt. Aber gut, vermutlich gibt es dann eine in Deutschland registrierte Dependanz des chin. Eigentümers. Auf jeden Fall werden die letzten Jahre bis zur Auszahlung ein spannendes Rennen...

Dazu passend, was Neuverträge angeht:

https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/lebensversicherung/ueberschussbeteiligung-schock-fuer-generali-kunden-lebensversicherung-senkt-zinsen-auf-rekordtief_id_8272347.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=newsletter_FINANZEN