Dieses Blog durchsuchen

Montag, August 06, 2007

Versuch einer Strandbesteigung


Sorry, this entry is only in German. Meaningless anyway :-)

Seit letztem Mittwoch hatte ich trauerfrei (Urlaub gekriegt weil Großmutter meiner Frau verstorben) und dann prompt ein paar erholsame Tage verbracht. Ein TV-Dauermarathon aus Grey’s Anatonomy und Ghost Whisperer lies kaum Langeweile aufkommen, auch wenn ich mich dabei ertappte, in der zweiten Staffel von Gostwhisperer mehr auf den Ausschnitt der Hauptdarstellerin zu gucken als mich für die Geistergeschichte zu interessieren. Das Serienthema „Geist findet keine Ruhe und die tief dekoltierte Geisterschwätzerin muss erst noch Grüße an die Großmama bestellen“ ist jetzt ja auch hinreichend durchgekaut worden. Eines ist in der Serie allerdings völlig unrealistisch. Da klopft unsere Geistersuffleuse also bei wildfremden Herren an die Tür, um Grüße vom verstorbenen Milchmann zu bestellen, und NIEMAND, ich wiederhole NIEMAND von den Herren guckt jemals auf ihre Bluse. Dabei ist die Blause halbdurchsichtig und ihre Oberweite (wie heißt sie, Jennifer Love Hewitt oder so? Oder kommt der Mittelname aus meinem Unterbewusstsein?) lässt selbst einen kanadischen Holzfäller vor seiner Hütte stutzen. Völlig unrealistisch die Serie. Warum muss ich jetzt an meinen Vater denken, der immer nur den weiblichen Zeugen Jehovas zugehört hat, wenn sie an der Tür stehen, räusper, egal.
Vor lauter weiblicher Hauptdarstellern in den TV-Serien („Medium“ half auch nicht, denn da ist es auch eine weibliche Psychogeisterklatschdarstellerin) habe ich dann verzweifelt zu „Hart’s War, einem Kriegsfilm mit Bruce Willis gegriffen. In dem Streifen kam keine einzige Frau vor, ein rein männlicher Film, in dem nur anständige männliche Hahnenkämpfe (deutscher Obermotzoberst mit Holzbein gegen amerikanischen Obermotzoberst mit Wangennarbe) vorkamen. Statt verzweifelten Assistenzärztinnen („ich stricke einen Pullover, weil mein Freund nicht will“) gab es hier ein intellektuelles Gefecht des amerikanischen Oberst (Bruce Willis) mit dem Teutschen und der Betrachter konnte sich eine Meinung bilden, ob es nun schlimmer ist, dass die Deutschen russische Kriegsgefangene wie Untermenschen behandeln oder die Amerikaner ihre afroamerikanischen Kameraden kurzerhand dahinmeucheln.

Am Meer nördlich von Taipei. Ich hingegen war südlich von Taipei am Meer, da ist es buddhaverlassen öde und langweilig, seufz (Foto: Ludigel)

Wir Deutschen sind die Böseren, dieser überraschende Schluss verblüffte nicht wirklich in vollem Unfang, aber gut ja, natürlich waren wir das auch wirklich. Wieder einmal fragte ich mich, wieso ich eigentlich Kriegsfilme gucke, wenn sie doch immer wieder auf die gleiche Art und Weise ausgehen (für jüngere, mit der Spielkonsole groß gewordene Blogleser: die Deutschen verlieren).
Etwas genervt sprang ich schließlich in meinem Wagen, um der nahen taiwanesischen Küste entgegen zu fahren und einen erholsamen Standspaziergang zu machen. Das schönste war allerdings die Fahrt (Klimaanlage, Bobby Darin singt SPLISH SPLASH I was takin’ a bath), denn kaum am Strand angekommen, bin ich gleich wieder umgedreht. Der Sand war heiß wie ein Backofen, die Autokarawane mit ihrem Abgasnebel direkt hinter dem schmalen Sandstreifen trug auch nicht gerade zum Erholungserlebnis bei und vor den Füßen gurkten einem ausgelassene (sprich noch schlechter fahrende) Taiwanesen mit gemieteten, räuchernden Go-Carts herum. Also doch wieder zurück zum Fernsehen, Jennifers Bluse und Doktor Merideth Grey’s unerfüllter Liebe. So ein Kladeradatsch („riech mal an dem selbst gestrickten Pullover, ich habe ihn drei Stunden für dich getragen“), sagte die Assistenzärztin, die mal Model war. Na immer noch besser, als wenn die Textzeile im Kriegsfilm vorgekommen wäre…
(Damned… wie leer ist doch das Leben ohne aktuelle Star Trek Serie)

Kommentare:

Luo2 You1 hat gesagt…

Dabei ist Bruce Willis selber ein halber Deutscher, geboren in Idar-Oberstein. In Taiwan meint fast meine gesamte Verwandtschaft, dass ich ihm sehr ähnlich sehe. Aber wahrscheinlich würden sie bei 80 % der Deutschen eine Ähnlichkeit mit Willis unterstellen. Meine Frau soll übrigens Michelle Yeoh sehr ähnlich sehen. Vielleicht blogge ich mal bei Zeiten über die Fantasien der Taiwanesen. Da gibt es so einige Phänome auf der Insel. Jetzt muss ich mich erstmal um Pulvinaria regalis (http://www.stadt-zuerich.ch/internet/gsz/home/angebote/beratung/schutz_und_epidemien/napfschildlaus.html) auf meinem Balkon kümmern. Es kommen nicht nur schöne Dinge aus Asien. Hm :-(

Bob Honest hat gesagt…

Mir sagen sie, ich sehe aus wie Tom Cruise. Ich denke, vielleicht wie der dicke ältere Bruder, den er nie gehabt hat.

Und wie Bill Gates, sagte mal jemand. Das klingt sehr gefährlich (war es die Schwiegermutter in unserer Anfangszeit).

Roberto Blanco hat mir noch keiner gesagt....